Igor Levit. Leonkoro Quartet
Brahms: Hauptwerke unter sich

Zu einigen seiner schönsten Werke nahm Brahms bekanntlich lange Anläufe. Mehr als 20 Streichquartette habe er vernichtet, behauptete er gegenüber einem Freund; erst 1873, inzwischen 40 Jahre alt, legte er die Doppellieferung seines Opus 51 vor. Schon mit der Beethoven’schen Schicksalstonart c-Moll verrät das erste Quartett, an welche Tradition es anzuschließen gedenkt. Nicht minder kompliziert ist die Genese des Klavierquintetts, das Brahms zunächst für eine reine Streicherbesetzung vorgesehen hatte, dann als Sonate für zwei Klaviere einrichtete – bevor er die Partitur auf Rat von Clara Schumann nochmals umarbeitete. Ungleich leichter produziert da die Amerikanerin Caroline Shaw, mit deren raffiniert historisierendem „Entr‘acte“ das vielfach preisgekrönte Leonkoro Quartet sein zeitgenössisches Statement abgibt.


Igor Levit

Klavier

Leonkoro Quartet

Jonathan Schwarz
Violine

Amelie Wallner
Violine

Mayu Konoe
Viola

Lukas Schwarz
Violoncello


Caroline Shaw
Entr'acte (2011)

Johannes Brahms
Streichquartett c-Moll op. 51/1
Klavierquintett f-Moll op. 34





#10 Genau jetzt – Amelie Wallner vom Leonkoro Quartet über Brahms' 1. Streichquartett
23. 2. 2024   Podcast

Sein erstes Quartett war eine „Zangengeburt“, so empfand es Johannes Brahms. Vorangegangene Entwürfe hatte der Perfektionist allesamt im Kamin verfeuert. Amelie Wallner, 2. Geigerin im Leonkoro Quartet, und Host Thilo Braun wandeln zwischen seiner „auskomponierten Sinnkrise“ und Momenten des strahlenden Lichts.

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